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Galerie Arabeske

Freunde Arabischer Kunst und Kultur e.V.


Jemen-Kulturtag
Samstag, 17. November 2001, 16 - 22 Uhr

Mit Unterstützung des WDR und des Ausländerrates der Stadt Heidelberg

Stadtbücherei Heidelberg, Poststraße 15, 69115 Heidelberg, Hilde-Domin-Saal
Eintritt: DM 15,00

Wegbeschreinung

16.00 Uhr - Begrüßung und Einführung
Vertreter der Stadt Heidelberg
Deutsch-Arabische Gesellschaft e.V., Kultursektion Heidelberg
S.E. Der Botschafter der Republik Jemen Mohy A.A. Al-Dhabbi

16.30 Uhr - DIWAN - Deutsch-arabische Literaturbegegnung
Amal Al-Jubouri, Kulturreferentin der Botschaft der Republik Jemen und leitende Redakteurin der Literaturzeitschrift "Diwan"

18.00 Uhr - Diavortrag - Im Reich der Königin von Saba. Auf Karawanenwegen im Jemen.
Dr. Carmen Rohrbach, Autorin

20.00 Uhr Film-Preview "Explosion der Stille" - Ein Film über die Welt der Frauen im Jemen

Dr. Annette von Wangenheim, WDR, Dokumentarfilmerin
Manfred Pütz, WDR, Redaktion "Länder-Menschen-Abenteuer"
Yahya Al-Madani, Deutsch-Arabische Gesellschaft e.V., Kultursektion Heidelberg

Rahmenprogramm Bücher- und Infostände - Länderinformation - Kunsthandwerk aus dem Jemen Musik


DIWAN - Deutsch-arabische Literaturbegegnung
Amal Al-Jubouri

"Dichtung ist der Versuch, durch Schreiben die Welt gegenwärtig zu machen, Geschichte zum Leben zu erwecken und ein Bild vom Inneren des Menschen zu zeichnen" Abdalaziz Al-Maqalih (Dichter aus dem Jemen und Präsident der Universität Sanaa)

Eine Gedichtssammlung ganz besonderer Art - dies ist auch eine der zahlreichen Bedeutungen des arabischen Wortes DIWAN - ist im Rahmen einer deutsch-arabischen Literaturbegegnung im September letzten Jahres entstanden. Aus dieser Begegnung ist ein ehrgeiziges Projekt hervorgegangen: die Idee einer Zeitschrift für arabische und deutsche Poesie.

In Sanaa und Aden trafen sich mehr als fünfzig namhafte deutsche und arabische Literaten, darunter Hans Magnus Enzensberger, Joachim Sartorius und Adonis, um sich über Poesie und deren Übersetzung auszutauschen. Die irakische Dichterin Amal al-Jubouri konnte als leitende Redakteurin im Mai 2001 die erste Ausgabe von DIWAN präsentieren.

Diese Begegnung hat alle Beteiligten bestätigt, dass Poesie keinen Unterschied zwischen Ost und West kennt und sie damit zum Vermittler zwischen Orient und Okzident prädestiniert ist.

DIWAN leistet einen wichtigen Beitrag, den Gegensatz zwischen Orient und Okzident zu überwinden und eine Plattform der Begegnung und des Austausches zwischen den Menschen schaffen.

Sowohl die deutsch-arabische Literaturbegegnung als auch die aus ihr hervorgegangene Literaturzeitschrift DIWAN fanden sehr positiven Widerhall in der arabischen und deutschen Presse sowie Eingang in zahlreiche Fernsehbeiträge.

Frau Amal Al-Jubouri, Dichterin und Kulturreferentin der jemenitischen Botschaft, wird uns im Rahmen des Jemen-Kulturtages einen persönlichen Bericht dieser Begegnung präsentieren und darüber hinaus aus ihrem dichterischen Werk vortragen.


Diavortrag - Im Reich der Königin von Saba. Auf Karawanenwegen im Jemen.
Dr. Carmen Rohrbach

Seit ihrer Kindheit träumt Carmen Rohrbach, Autorin und Dokumentarfilmerin, vom Jemen, schon damals wollte sie es den unzähligen mutigen Helden in den Büchern gleichtun und das faszinierende orientalische Land aus 1001 Nacht persönlich erkunden. Jahre später ist es dann so weit, Carmen Rohrbach unternimmt jenseits der Touristenpfade eine einzigartige Expedition durch den Jemen: Nach einigen Monaten intensiven Studiums der arabischen Sprache in der pulsierenden Hauptstadt Sanaa und nach Erlernen des Umgangs mit einem Kamel, einem Tier mit Eigensinn und Trotz, beginnt die Verwirklichung des langjährigen Traumes.

Die Autorin zieht nach vielen Widerständen als erste Frau überhaupt ganz allein, ohne einheimischen Führer, auf dem Rücken des Kamels Al Wasim durch das Land. Auf alten Karawanenwegen führt die Reise über 1000 Kilometer weit durch einsame Hochebenen, tiefe Schluchten, Wüsten und Wadis, von Ort zu Ort. Während der Reise kommt es dank der ausgezeichneten Sprachkenntnisse zu intensiven Begegnungen mit der jemenitischen Bevölkerung. Die herzliche Gastfreundschaft der Jemeniten ist außergewöhnlich groß und die Europäerin wird ohne Vorbehalte in den Alltag der Jemeniten eingebunden. Vor allem die Frauen, die von ihrem Alltag hinter dem Schleier erzählen, üben eine große Faszination auf die promovierte Biologin aus.

Aber auch die Schwierigkeiten, auf die sie als alleinreisende Fremde stößt, und die Probleme, die sie zu bewältigen hat, bleiben nicht unerwähnt. Der so entstandene spannende Reisebericht kann treffender als Kulturbericht bezeichnet werden, denn die Autorin berichtet in sehr persönlicher Weise von Lebensbedingungen, Mentalität und Lebensweise der Bevölkerung und bringt den Lesern so das uns Europäern eher fremde Land näher. (Katja Klenk)


Film-Preview "Explosion der Stille" - Ein Film über die Welt der Frauen im Jemen

Die meisten Frauen im Jemen zeigen sich in der Öffentlichkeit nur mit Schleier. Fotos oder gar Filmaufnahmen lehnen sie grundsätzlich ab. Die Angst,"das Gesicht zu verlieren" ist groß.

Zum ersten Mal gelang es einem deutschen Fernsehteam, das Vertrauen jemenitischer Frauen und einen Einblick in ihren privaten und beruflichen Alltag zu gewinnen. Dokumentarfilmerin Annette von Wangenheim und ihr ausschließlich aus Frauen bestehendes Team begleiteten im Auftrag des WDR zahlreiche Jemenitinnen mit der Kamera. Es entstand ein Film, der vielen europäischen Klischees von der Welt arabischer Frauen und ihrem scheinbaren Leben in der Unsichtbarkeit starke, selbstbestimmte und lebensfrohe Bilder entgegenhält. "Explosion der Stille" handelt vom Selbstbewußtsein jemenitischer Frauen heute, 12 Jahre nach der Wiedervereinigung des Süd- und des Nordjemen, 30 Jahre nach der ersten Öffnung des Landes für Touristen und Gäste aus dem Westen. Jemenitische Akademikerinnen und Analphabetinnen kommen gleichermaßen zu Wort. Daß die meisten von ihnen bis auf die Augen verschleiert sind, sagt noch nichts über den Grad ihrer Bildung oder ihrer Anerkennung in der Familie und in der Gesellschaft. Viele Frauen zeigen sich in der Öffentlichkeit vor allem deshalb verschleiert, um ihren persönlichen oder beruflichen Interessen ungestört nachgehen zu können.

Die Verfassung des Jemen garantiert den Frauen zahlreiche zivile Rechte. Sie können studieren, fast sämtliche Berufe ergreifen, wählen und bei Wahlen kandidieren. Im Vergleich zu vielen anderen arabischen Ländern haben Jemenitinnen relativ viele Möglichkeiten, am Demokratisierungsprozess ihres Landes aktiv teilzunehmen. Die größten Hindernisse auf dem Weg in die Gleichberechtigung sind wirtschaftliches Elend, mangelhafte Ausbildung und alte Traditionen und Tabus.

Buch und Regie: Annette v. Wangenheim
Redaktion: Manfred Pütz, Länder-Menschen-Abenteuer

info@arabeske.de