Aktuelles

Fouad Laroui (Marokko) Die alte Dame in Marrakesch

Freitag, 01. Juli  2016 | 20.00 Uhr

Eintritt: € 5.-

Veranstaltungsort: Kulturzentrum der Freunde Arabischer Kunst und Kultur e.V. - Galerie Arabeske, Dossenheimer Landstraße 69, 69121 Heidelberg

Ein Riad, ein traditionelles, fast palastähnliches Wohnhaus mit Innenhof und Garten als Refugium für die gestressten Seelen der Pariser Boheme?
Kaum wähnt sich das Ehepaar Cécile und François Girard glücklich, ihren Traum-Riad im Herzen Marrakeschs gefunden zu haben, stellt sich heraus, dass der Handel einen Haken hat: Eine alte Dame sitzt regungslos zusammengekauert in einem der Hinterzimmer und vorher gilt es, die Greisin umzusiedeln, die in der Zwischenzeit beschlossen hat, von nun an bei ihnen zu wohnen. Was als unterhaltsame Satire über die selbstgefällige europäische Mittelschicht beginnt, entwickelt sich zu einem beklemmenden und anrührenden Drama vor der Kulisse der jüngeren marokkanisch-europäischen Geschichte.
Erneut beschäftigte sich der marokkanische Autor Fouad Laroui mit den Vorurteilen und der Unkenntnis vieler Europäer gegenüber dem einstigen französischen Protektorat.
Für seine zahlreichen Romane, Essays und Erzählungen wurde Fouad Laroui mehrfach ausgezeichnet (u.a. Prix Albert Camus", „Prix Goncourt de la Nouvelle") - Themen der Identitätssuche und die stets kritische Auseinandersetzung mit der marokkanisch-französischen Geschichte sowie mit seiner eigenen Gesellschaft prägen das Werk des Autors Fouad Laroui.

 


Arabische Schriftsteller öffnen ein Fenster: Shalha Ujayli  Wie antworten arabische Schriftstellerinnen auf gesellschaftliche und politische Entwicklungen

Freitag, 17. Juni 2016 | 19:30Uhr

Eintritt: Frei

Veranstaltungsort: Bürgerzentrum Heidelberg-Kirchheim, Hegenichstraße 2A, 69124 Heidelberg

Mit der aus Raqqa stammenden Autorin Shahla Ujayli stellen die Freunde Arabischer Kunst und Kultur e.V. eine neue Generation von arabischen Schriftstellern und Schriftstellerinnen vor, die von politischen Umwälzungen, Krieg, sozialer Ungerechtigkeit und persönlichen Schicksalen in der eigenen Gesellschaft und ihren Heimaten erzählen.
Die Art des Schreiben hat sich seit Ausbruch der Revolutionen über die ganze Arabische Welt hinweg verändert. Neue Formen der Sprache entstehen und Themen, die bisher tabuisiert waren bzw. die nicht laut ausgesprochen wurden, werden mit einer enormen Kraft und Energie in die Öffentlichkeit hinausgetragen und dadurch verarbeitet.
In Kooperation mit dem  Ausländerrat/ Migrationsrat Heidelberg und mit Unterstützung des Eine Welt Zentrum Heidelberg, der Orientalischen Musikakademie Mannheim e.V.  und KulturQuerQuerKultur Rhein-Neckar e.V wollen der Kölner Alawi Verlag und die Freunde Arabischer Kunst und Kultur e.V. weitere Einblicke in das große gesellschaftliche Ereignis der politischen Umwälzungen in der arabischen Welt geben.
Wie viele ihrer Schriftstellerkollegen verabschiedet sich die Syrerin Shahla Ujayli in diesem Roman von ihren klassischen Themen und beschreibt in ihrem dritten Roman “Der Himmel über meinem Haus“, der bisher nur auf Arabisch vorliegt, die Sehnsucht nach ihrer Heimat und deren den Verlust, die sie durch Krieg, Gewalt und durch Extremismus verloren hat.
Heute lebt sie im Exil in Jordanien, wo sie als Professorin für arabische Gegenwartsliteratur an der Amerikanischen Universität von Madaba lehrt. In diesem Jahr wurde sie als eine der “ six shortlisted authors” für ihren neuesten Roman mit dem International Prize for Arabic Fiction ausgezeichnet.

Mit dieser Reihe möchten die Veranstalter erneut Einblicke in die umgreifenden politischen, aber auch sozialen Veränderungen in der arabischen Welt geben und den Blick auf einzelne Gemeinschaften und Personen lenken. Viele arabische AutorInnen waren auf ihre Art in diese anfängliche Veränderung involviert. Vieles ist seitdem in der arabischen Welt geschehen.
Flüchtlingsschicksale, Islamismus und die fragile politische Situation im Nahen Osten beschäftigen uns täglich - doch wie sehen es die Betroffenen selbst? Welche Hoffnungen und Visionen haben sie und wie sieht ihre Vorstellung einer neuen Gesellschaft aus?
Wir wollen versuchen Antworten durch die Werke arabischer AutorInnen zu erhalten und im Gespräch zwischen dem Publikum und den Podiumsteilnehmern eine Annäherung zu erwirken.

Mitwirkende:
Abdul-Rahman Alawi, Vizepräsident der Deutsch-Arabischen Gesellschaft und ehemaliger Leiter der PLO-Vertretung Nordeuropa, Journalist und Korrespondent. Seit 2008 publiziert er im Alawi Verlag bislang unbekannte Werke von arabischen Schriftstellerinnen in deutscher Sprache. Impulsvortrag: Einfluss der Literatur auf die politische Entwicklung in den arabischen Ländern
Nadja Madani-Moudarres, Deutsch-Syrerin, Islamwissenschaftlerin und Vorsitzende des gemeinnützigen Vereins „Freunde Arabischer Kunst und Kultur e.V.“ bemüht sich seit vielen Jahren um den Dialog und das Sichtbarmachen der arabischen Kultur und ihrer zahlreichen Facetten.
Shalhla Ujayli, syrische Autorin und Professorin an der Universität von Aleppo, Syrien – jetzt American University of Madaba (AUM, Jordanien), Auszeichnung der „six shortlisted authors“ des International Prize for Arabic Fiction (IPAF)

Musikalische Begleitung: Eintauchen in die klassische arabische Musik – Orientalische Musikakademie Mannheim e.V.

Lesung und Diskussion  auf Arabisch und Deutsch

 


Die Osmanen – Furcht und Faszination in Europa – ein kunsthistorischer Vortrag

Freitag, 13. Mai 2016 | 20.00 Uhr

Eintritt: € 5.-

Veranstaltungsort: Kulturzentrum der Freunde Arabischer Kunst und Kultur e.V. - Galerie Arabeske, Dossenheimer Landstraße 69, 69121 Heidelberg

1453 erobern die Osmanen Konstantinopel - 1521 Belgrad, 1541 Budapest ... 1683 belagern die "unbesiegbaren Türken" zum zweiten Mal Wien. Not und Bedrängnis herrschen in der ganzen Stadt. Die Entscheidung fällt am 12. September 1683 bei der Schlacht am Kahlenberg: Die christlichen Truppen besiegen die „Türken“, die sich fluchtartig zurückziehen…

Dieser Triumph markiert den Wendepunkt der kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen dem Osmanischen Reich und Europa. Die „Türkenangst“ verwandelt sich allmählich in die „Sehnsucht nach dem Orient“, die in der Kunst ihren schönsten Ausdruck findet… Die Referentin Nuran Tanriver, Kunsthistorikerin und Osmanistin, geht zurück zu den Ursachen der Islamophobie, als das Heilige Römische Reich Deutscher Nation durch muslimische Eroberer bedroht wurde. Ein (kunst-) historischer Vortrag über "Türkenangst" und "Türkenmode" im 17. und 18. Jahrhundert...

Nuran Tanriver, M.A., studierte Islamwissenschaft (Osmanistik/Iranistik), Europäische Kunstgeschichte und Psychologie an der Universität Heidelberg. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind die Osmanische Geschichte, insbesondere die Beziehungen zwischen dem Osmanischen Reich und den europäischen Mächten sowie der Orientalismus in der Malerei, der klassizistischen und der romantischen Kunst des 19. Jahrhunderts.
 


Driss Chraibi – „Kritischer Mittler zwischen zwei Kulturen“ - Die Zivilisation, Mutter!

Vorstellung des bedeutenden marokkanischen Schriftstellers und seines Werks – Referent: Ammar Braik

Freitag, 22. April 2016| 20.00 Uhr

Eintritt: € 5.-

Veranstaltungsort: Kulturzentrum der Freunde Arabischer Kunst und Kultur e.V. - Galerie Arabeske, Dossenheimer Landstraße 69, 69121 Heidelberg

Es ist die Geschichte einer marokkanischen Mutter, die mit Hilfe ihrer beiden Söhne eine zweite Geburt erlebt. Wie ein Kind entdeckt sie eine andere Welt, die ihr bisher durch die Traditionen und die kulturellen Zwänge, verborgen blieben. Mit Erstaunen und Begeisterung, ohne Rache- und  Revanchegefühle, ohne Verbitterung und Hass und ohne ihre Vergangenheit zu leugnen, bemächtigt sie sich der Dinge einer ihr bis jetzt verborgenen und unbekannten Zivilisation.

Sie, die Hüterin der Tradition und der Kultur, entdeckt das Lesen und das Schreiben, das Wissen und die Außenwelt, die sie seit ihrer Hochzeit mit Dreizehn nicht mehr gesehen hat. Mit Dreißig wird sie mit technischen, politischen und kulturellen Neuigkeiten konfrontiert, die ihr Dasein verändern und ihren Horizont erweitern: Das Radio, das Bügeleisen, das Telefon, das Kino und dann der Krieg…..

Der zweite Weltkrieg wird für sie der Anlass sein, sich für die Befreiung der Frauen, des eignen Volkes und sogar für die Dritte Welt zu engagieren.

Sie allein verkörpert die Mutation der marokkanischen bzw. der nordafrikanischen Gesellschaft nach dem Zweiten Weltkrieg. Sie bleibt sich treu, lustig und immer zärtlich.

Zu dieser Verwandlung gesteht ihr Mann seinem Sohn: „Damals, als deine Mutter sich eines Tages daran machte, die Türen in meinem eigenen Haus durch Fenster zu ersetzen und umgekehrt, habe ich gelächelt. Ja gelächelt über so viel Kinderei. Ich sagte mir: Das ist eine Familienmutter, die Kind geblieben ist. Kinder müssen ihr Zuviel an Energie loswerden. Ich sagte mir: Das wird ihr vergehen. Ich hoffte sogar, dass sie einen falschen Schritt tun und den Weg verlieren würde. Aber geben wir es zu: Es ist ihr nichts zugestoßen, sie ist unbeirrbar vorwärtsgegangen, und ich brauchte sie nicht zu trösten und den Beschützer zu spielen, wie ich gehofft hatte. Meine Augen öffneten sich und es war mir klar geworden, dass deine Mutter, sie allein, das Bewusstsein einer unbewussten Welt war.“

Driss Chraibi wurde 1926 in El Jadida in Marokko geboren. Er wuchs als Sohn eines Teehändlers in einer bürgerlichen Familie auf, die ihm eine Ausbildung in Casablanca ermöglichte. Nach dem Abitur an einem französischen Gymnasium ging er 1945 nach Paris, um Chemie zu studieren. 1952 brach er sein Studium ab, um sich ganz dem Schreiben zu widmen, zunächst als Redakteur und Journalist. Er unternahm zahlreiche Reisen und arbeitete in den unterschiedlichsten Berufen: als Chemiker, Ingenieur, Nachtwächter, Fotograf und Arabischlehrer.

1954 erschien Driss Chraibis erster Roman „Le passé simple“, der als Abrechnung mit der traditionellen marokkanischen Gesellschaft einen Skandal in Marokko auslöste und dort bis 1977 verboten blieb. In seinem 1955 nachfolgenden Roman Die Sündenböckeverarbeitete der „kritische Mittler zwischen zwei Kulturen“ (Eva Seidenfaden) die schmerzhafte und desillusionierte Erfahrung der Migranten in der französischen Gesellschaft.

Sein Roman „La Civilisation, ma mère!“ - Die Zivilisation, Mutter! (auf Deutsch im Unions-Verlag) erschien 1972 und gilt als eines der originellsten Werke in der maghrebinischen Literatur.

2007 starb der bedeutende Autor, einer der ganz großen Vorbilder, im Alter von 80 Jahren. Sein literarisches Werk umfasst zahlreiche Romane, in denen er der marokkanischen Gesellschaft  auf humorvolle, aber auch auf sehr kritische Art ihre Traditionen und Lebensweisen vorhielt.

 


NAWAL -  the Voice of Comoros

Freitag, 8. April 2016| 20.00 Uhr - Einlass 19.30 Uhr

Eintritt: Ausverkauft

Veranstaltungsort: Kulturzentrum der Freunde Arabischer Kunst und Kultur e.V. - Galerie Arabeske, Dossenheimer Landstraße 69, 69121 Heidelberg

Elerleben Sie die Musik und den Gesang einer ungewöhnlichen Sängerin und Liedermacherin, deren Heimat von einer vorwiegend islamisch gelebten Kultur geprägt ist und durch einen Sufismus inspiriert wird, der auf Liebe, Respekt und Frieden basiert. Vielfältig sind die Instrumente, die Gesänge und die Sprachen, durch die KünstlerinNAWAL Kulturen und Welten miteinander verbindet und sich für gegenseitigen Respekt und Frieden unter den Völkern einsetzt.

NAWAL stammt von den Komoren, den sogenannten "Parfüm-Inseln" oder "Inseln des Mondes" im Indischen Ozean, vor der Ostküste Afrikas gelegen. Hineingeboren in eine Musiker-Familie, war sie schon immer von volkstümlicher und spiritueller Musik umgeben. Ihre starke Zuneigung zum Sufismus hat sie ihrem Urgroßvater Al-Maarouf, einem großen Sufi-Meister, zu verdanken.

Die Musikerin NAWAL ist „Multi-Instrumentalistin“ und spielt auf der Gitarre, der traditionellen jemenitischen Gambusi Laute und versteht sich in diverser Percussion. Ihre Kompositionen, eine Fusion zwischen Tradition und Moderne, basieren auf akustischen Wurzeln und Spiegelbildern der vielfältigen Charaktere der Komoren. In ihren Gesängen erleben wir ihre Heimatsprache Shikomor, der Bantu-Sprache der Komoren, aber auch Französisch, Englisch und Arabisch.

Nawal tritt seit vielen Jahren als Musikerin und Sängerin in vielen Teilen Europas, in Nordamerika, Afrika und dem mittleren Osten auf - in ihrer Heimat geniesst „der stetig aufgehende Stern der Komoren“ hohes Ansehen.

Wir freuen uns, dass wir durch persönliche Kontakte diese großartige Künstlerin NAWAL bei uns so nah erleben dürfen – in ihren  Konzerten berührt sie die Herzen der Menschen mit ihrer kraftvollen Stimme und Botschaft.